THE ART OF KAIC adm

Ordnung

Letztens, auf seinen Ordnungssinn angesprochen antwortete mein Freund Enkidu: "Was ist Ordnung? Die Natur kennt auch keine Ordnung." Worauf ich vorschnell antwortete: "Ordnung ist, wenn man alles wiederfindet was man braucht."

Ordnung ist, wenn man der Wortbedeutung Glauben schenken möchte, das Gegenteil von Unordnung. In übergeordnetem Maßstab könnte man diese Begriffe auch als Struktur und Chaos übersetzen. Die physikalische Natur des offenen Systems Universum strebt danach, alle Teilchen möglichst gleichmäßig und damit strukturlos zu verteilen, d.h. das Chaos zu vergrößern. Dem entgegen steht die Gravitation, in der große Objekte kleinere Anziehen bzw. sich aufgrund der Raumkrümmung Ansammlungen des Gleichen bilden, was durchaus als eine Art Ordnung und damit Struktur bezeichnet werden kann. Notwendig dazu ist Masse, die mit Energie gleichgesetzt werden kann.

In der biologischen Natur, können hingegen feinere Strukturen als die der Himmelskörper beobachtet werden. Bodennahe Pflanzen und dem Himmel entgegenstrebende, bestimmte Populationen in den Weltgegenden, fraktalartige Strukturen in floral und geologisch Gewachsenem. Außer den fraktalen Strukturen, die sich aus dem Universum zugrundeliegenden mathematischen Gegebenheiten ableiten, basiert eine natürliche Ordnung auf dem Gesetz des Stärkeren -> „Fressen oder gefressen werden“ bzw. aus der Fähigkeit einer Art sich den Umweltbedingungen in einer Weise anzupassen, die den bestmöglichen Arterhalt sicherstellt. Die Evolution ist also ein Gesetz in der biologischen Natur, welche Strukturen in Flora und Fauna bildet, die als Arten entstehen.

Der Mensch jedoch, ist folglich seiner Intelligenz über die Ordnung der Evolution hinaus in der Lage, sich noch feinere Strukturen zu erschaffen, um sein überleben sichern und seine darüber hinaus gehenden Bedürfnisse befriedigen. Diese vom Menschen geschaffenen Strukturen werden als Zivilisation bezeichnet. Er kann zivilisatorisch jedoch weder eine kulturelle Gravitation überwinden, noch sich seinem evolutionären Erbe entziehen. Gesamtgesellschaftlich ist zu beobachten, dass sich gewisse zivilisatorische Faktoren wie Macht, Geld, Einfluss, ... sich eben dort weiter vermehren, wo bereits eine solche angehäuft worden ist. Daraus folgt, dass sich ein sozialdarwinistischer Aspekt in der globalen Menschengemeinde, nicht leugnen lässt. Es ist zu beobachten, dass Mächtige, also Starke, jene in der Hierarchie unter ihnen stehenden, zur Befriedigung der Überlebensbedürfnisse und darüberhinausgehende, Ausbeuten. Menschliche Ordnung ist ein zivilisatorischer Akt und der menschlichen Natur also der steten Menschwerdung eigen.